Donnerstag, 24. April 2014

Wie ein Spiegel

In den letzten 2 Jahren, nachdem mein Mann uns verlasssen hat,
wieder zurückgekommen ist und dann vor etwas mehr als einem Jahr endgültig
gegangen ist, kam mir mein Haus oft wie ein Spiegel meines Lebens vor.

Nichts war mehr wie vorher.
Ich wollte auch nichts mehr so wie vorher!!
Unordnung. Zerstörung.
Möbel fehlten und hinterließen klaffende Wunden in der Einrichtung.
Ich habe fast alle Bilder abgenommen.
(Zu meiner "Therapie der leeren, weißen Wand" habe ich mich
schon geäußert.)

 

 
Ausgeräumte Gegenstände lagen in Haufen auf dem Boden und hatten
so schnell keinen neuen Platz.
Ich habe Farbkonzepte geändert, Wände gestrichen, Möbel von hier nach da 
geschoben und wieder zurück.
Manches geplant, manches spontan, für mich selber überraschend radikal.

Vieles angefangen, wenig zu Ende gebracht.
Mir fehlte die Kraft  und ich fand es teilweise auch okay, weil ich mich
innerlich in diesem äußeren Chaos so wiedergefunden habe.

Schnitt.

 Wann immer möglich, beginne ich meinen Tag mit einer stillen Zeit mit Gott.
Ich lese, bete...., versuche meine Sorgen, Lasten, Pläne....
loszulassen.
Seit einiger Zeit gibt es einen neuen "Programmpunkt" in
diesem Ritual.
Ich bin still und höre (zu).
Manchmal höre ich Ermutigendes, Versprechen oder Zusagen, 
die ich aus der Bibel kenne,
Liedverse.
Konkrete Ideen für den Tag.
Manchmal höre ich auch gar nichts.
Ich schreibe davon, weil mir das Chaos in meiner Wohnung
zunehmend zur Last geworden ist und ich Gott gebeten hatte, mir zu
helfen, die "Haufen" abzuarbeiten, nach seinem Zeitplan.
Wunden zu heilen, Neues zu schaffen.
 
Die erste Antwort, die ich bekommen habe, war ein 
(vorgestellter) Rundgang durch die Wohnung und 
was ich gehört habe, war folgendes:
 
"Julia, da ist gar kein fester Platz zum Sitzen und Ausruhen
und zur Ruhe kommen. Mal hier, mal da.
Nirgends ist wirklich Platz für RUHE."
(Dabei habe ich eine große Wohnung).

Ich habe dann überlegt, in welchem Zimmer so ein Ort sein könnte,
und einen Tag damit zugebracht so einen "Ruheplatz" zu schaffen.
Inzwischen gibt es 2 davon in der Wohnung.
Und ich genieße es!!

 
Auch sonst komme ich vorwärts, innerlich und äußerlich,
in kleinen Schritten.
Und immer wieder bin ich überrascht, "was dran ist".
Kleine Hussen für die Glühlampen der Lampe im Schlafzimmer.
Wollte ich schon immer machen, weil  mich die schwarzen
Fassungen so gestört haben, jedes Mal, wenn mein Blick auf die 
Lampe fiel. Nun sind sie da! Weiß!
  

Außerdem habe ich Kissen genäht,
Arte Pura inspiriert, wollte ich auch schon immer machen.
Ich will übrigens sehr viel "schon immer" machen. Grins.
  




Die alte, weiße Kiste ist neu.
War wohl mal eine Futterkiste, denn ich habe lauter
Haferkörner aus den Zwischenräumen der Bretter gesaugt,
bevor ich sie gestrichen habe.


 Das Bücherregal hat einen schlichten Vorhang bekommen,
das sorgt optisch für Ruhe.
 

Verlinkt mit 
Was wir für uns selber gemacht haben.
 

Ich beginne, mich wieder wohl zu fühlen in einigen meiner Räume.
Hoffentlich auch in meinem "neuen Leben".
Ganz soweit ist es noch nicht, aber ich kann es ahnen!


 
 Liebe Grüße von
Julia


 










Kommentare:

Manu hat gesagt…

wunderschön schaut dein Schlafzimmer aus - der Vorhang vor dem Bücherregal - eine wunderbare Idee, das bringt wirklich Ruhe!!
und die Kissen ..... seufz .... traumhaft!
ein Rundgang mit sich selbt - ja, das werde ich auch mal machen
wir haben ein großes Haus und trotzdem keinen Platz zum entspannen ....
liebe Grüße
Manu

Frau H. hat gesagt…

Es ist sehr schön geworden bei dir! Vor allem das Kissen ist ein Traum!
LG
Frau H.

maryaustria hat gesagt…

Dein Schlafzimmer ist wunderschön geworden! Ein Platz zum Entspannen und um zur Ruhe zu kommen! Die Kissen sind traumhaft!
LG Mary

Plümchen hat gesagt…

Was du schreibst ist ganz wunderbar und dein Geschmack gefällt mir sehr (vor Allem das Kissen ist traumhaft schön) Ich wünsche dir unbekannterweise alles Gute - und ganz besonders Ruhe zum Durchatmen!
Liebe Grüße
Svenja

Elsterglück hat gesagt…

wunderschön! Du hast einen tollen geschmack und ein Händchen (und Auge) fürs Schöne!!! :)

Waldensteinchen hat gesagt…

Liebe Julie,
bin gerade zufällig auf Deinen Blog gestossen (über Lebensimpressionen)...
Und war sehr betroffen über den kurzen Einblick in Dein Leben und Deine Stärke und Mut, die daraus sprechen.
Dein Zitat von C.S. Lewis hat mir mitten ins Herz getroffen.
Ich werde mal ein wenig in Deinem Blog stöbern und Dich nun öfter besuchen.

Liebste Grüße von einem Königskind :-)