Dienstag, 12. November 2013

Nicht mehr mein Leben

Raum für mich im November

Wenn mein Blick in letzter Zeit auf meinen "über mich" Text fiel,
kam es mir vor wie das Profil einer Fremden.
(zur Erinnerung:
Ich mag Pferde, im Winter Eiskunstlauf, liebe die elegant-romantische Mode der Zeit um 1910,
 nähe den größten Teil meiner Kleidung selbst und Ansteckblumen gehören zu meinen Lieblingsaccessoires.
Ich habe schon immer gern u. viel fotografiert, aber wie! gern ich es tue,
 merke ich erst seit ich dieses Blog habe.
Die Glasperlenleidenschaft teile ich mit meiner Schwester Sonja.....
Und von meinen Eltern habe ich gelernt, dass man "alles" selber machen kann, 
man muss es nur versuchen!

Ich glaube, dass die Sehnsucht, die Suche und die Unruhe in mir nur bei Gott, 
meinem Schöpfer gestillt werden kann und ich glaube, dass alle Schönheit von ihm kommt!
 
Herzlichst, Eure
Julia)
Nicht das falsch wäre, was da steht, aber es ist nicht mehr mein Leben.
Es ist nur ein Teil der Wahrheit.
 
Ich werde 48 Jahre alt und wenn ich mein Leben betrachte,
muss ich mir eingestehen, dass es
das Leben, in dem ich trotz allem auf meine Weise sehr glücklich war,
 nicht mehr gibt.
Ich schließe die Augen und sehe
 
 
 

 
wie jemand einen großen Haufen Scherben zusammenfegt.
Etwas wie Blätter wird dabei aufgewirbelt.
Sie sind beschrieben mit lauter Fragezeichen, "hätte" und "wäre".
 
Hätte ich anders handeln können? Müssen? 
Was wäre gewesen wenn? Hätte ich bestimmte Dynamiken erkennen
können, wenn ich besser hingeschaut hätte??? Hätte, hätte, hätte...
 
Ich sehe Blut an den Scherben, das Blut meiner Verletzungen,
das Blut der Verletzungen meines Mannes, die wir uns gegenseitig 
zugefügt haben.
Ich sehe noch mehr Blut, das Blut des Gottessohnes, 
der all das auf sich genommen hat, sich hat töten lassen für meine
Schuld, meine Fragen, mein "hätte".
Ich sehe ein weißes Tuch, das sich liebevoll über den 
Haufen aus Scherben und Fragen und Versagen legt 
 
 und mir kommt das 
Versprechen Gottes in den Sinn:
 
"Wenn eure Sünden rot wie Karmesin sind,
wie Schnee sollen sie weiß werden.
Wenn sie rot wie Purpur sind,
wie Wolle sollen sie werden."


Die Bibel, Jesaja 1,18



 Nicht bitter werden, nicht über mich selber,
 nicht über den anderen,
nicht über die Umstände!
Mein Herz behüten, das möchte ich!


 Vor einiger Zeit konnte ich mir dieses Silberherz kaufen.
Ich trage es viel, um mich zu erinnern und im wahrsten Sinne des Wortes
 festhalten zu können, was ich möchte:
Gott im Himmel preisen, 
"der da vergibt alle meine Sünden,
der heilt, was in mir zerbrochen ist,
der mein Leben vom Verderben erlöst und mich krönt
mit Gnade und Erbarmen." 

(nach Psalm 103,2-4)

Viele altmodische Worte, aber ich weiß nicht, wie ich es besser ausdrücken könnte!

Ist all das etwas für die Öffentlichkeit?
Behalte ich es nicht lieber für mich? Zu persönlich???
Ich habe mich mit dem, was ich in letzter Zeit gepostet habe
nicht mehr identifizieren können.
Es gab den schönen Urlaub in Kroatien, es gibt meine Kleider,
meine Perlen, all das Schöne.
Es ist aber nur ein Teil der Wahrheit und ich habe immer das Bedürfnis 
"ganz" zu sein. Und zu meinem Leben gehören im Moment auch die
Scherben. Auch das ist wahr.
Ich möchte nicht eine virtuelle Fantasieperson erschaffen,
ich möchte schreiben als die, die ich bin.



Wie kann heil werden, was in mir zerbrochen ist?
Ein Weg ist sicher der, mir immer wieder und wieder anzuhören, 
was Gott über mein Leben zu sagen hat:

"Mach dich auf , meine Freundin, meine Schöne, und komm!
Denn siehe, der Winter ist vorbei, die Regenzeit ist vorüber, ist vergangen.
Die Blumen zeigen sich im Lande,
die Zeit des Singens ist gekommen,
und die Stimme der Turteltaube lässt sich hören in unserem Land.
Der Feigenbaum rötet seine Feigen,
und die Reben, die in Blüte stehen, geben Duft.
Mach dich auf, meine Freundin, meine Schöne und komm!
.....
Ein König ist gefesselt durch deine Locken!

Die Bibel, aus dem Hohenlied

Mir ist schon bewusst, dass das Worte sind, die König Salomo
vor mehr als 2000 Jahren zu seiner Geliebten Sulamith gesagt hat,
aber manchmal benutzt Gott diese Worte, um das Herz eines
Menschen zu berühren.

 Auch das ist ein Teil der Wahrheit über mein Leben!
Worüber werde ich singen? Worüber mich freuen,
was wird wachsen, blühen und duften...?
Mach dich auf!



 Herzlichst,
Julia







 


Kommentare:

Michou hat gesagt…

Nein, zu persönlich ist immer nur das, was du selbst nicht mehr hier sehen willst - es ist ein Tagebuch und manchmal müssen auch die unguten Dinge ihren Platz darin finden.

Und Blogs, die das wahre Leben komplett aussparen, gibt es mehr als genug - das muss für dich doch nicht auch gelten.

Ich wünsche dir viele gute und sonniger Tage - auch jetzt zum Winter hin und in deiner momentanen Verfassung und Lage. Gerade jetzt, möchte ich wohl sagen.

Alles Liebe!

Manu hat gesagt…

liebe Julia
auch das, was einen bewegt, antreibt oder bremst darf in dein Blog - es ist schließlich DEIN Schaufenster durch das du uns blicken lässt
trotzdem hoffe ich, dass du nicht nur Platz für Gott machst, sondern auch nach wie vor für deine schönen Kleider :)
liebe Grüße
Manu

Très Julie hat gesagt…

Nein, keine Sorge, ich glaube , dass Gott mir meine Begabungen gegeben hat, damit ich sie lebe!!! Ich freu' mich auch schon auf neue Kleider!
Allerdings sind jetzt erst mal Hosen dran, weil ich die im Gegensatz zu Kleidern nicht im Überfluss habe.
LG, Julia

Manu hat gesagt…

okay, dann freu ich mich auf Hosen ;))

liebe Grüße
Manu