Dienstag, 23. April 2013

Sofa neu bezogen, 12tel Blick und was Vergebung nicht ist

Ostern war ich zuletzt an der Ostsee,
mein "Raum für mich Wochenende" im April.
Jetzt erst komme ich dazu, einen Rückblick zu posten.
 
Der Raum nimmt nach und nach Gestalt an.
Das weiß lackierte Kiefernholzbett war in meiner Abwesenheit
geliefert worden, ich brauchte es nur aufzubauen.
Das Sofa habe ich neu bezogen. Hat viel länger gedauert als ich erwartet habe,
weil ich den Bezug abnehmbar haben wollte.
Hauptgrund dafür ist das kleine Zotteltier im Vordergrund.
Er liebt es, in unbeobachteten Augenblicken auf's Sofa zu hüpfen.
 
 

  
Der alte Bezug war ganz unregelmäßig
verblichen und in der Sitzfläche eingerissen.
Ich habe ihn abgenommen, alles aufgetrennt, gebügelt
und als "Schnittmuster"benutzt.  Das hat sehr geholfen!


 


Dieses Sofa-Projekt und was andere Kreative schaffen, wird beim
CREADIENSTAG
und bei LINK YOUR STUFF
gesammelt.




Zum 12tel Blick
Draußen hatte sich Ostern in Richtung Frühling noch nicht viel getan.
Daher habe ich den 12tel Blick am 30. März
mit "dramatischem Effekt" fotografiert:
Und 2 Tage später den 12tel Blick am 2. April früh morgens, um die ersten
Sonnenstrahlen des Tages einzufangen:
 
Ich hoffe, das Maibild wird dann ein wenig Grün aufweisen können!
Hier geht es zu
Tabea,
 dort findet Ihr die Sammlung der Aprilbilder.





 Und mein Herz?
Neulich bekam ich eine Mail mit der Frage:
"Wie geht es Deinem Herzen?"
Ja, wie geht es ihm?

Viel gelernt habe ich bei den Seminaren von Team-F.
Ein wenig davon möchte ich mit Euch teilen: 
In welcher Phase des Trauer-, bzw. Trennungsprozesses bin ich?
Nicht mehr erstarrt oder wie betäubt.
Auch über das Nicht-wahr -haben-wollen bin ich hinweg.
Zu Herzen nehmen möchte ich mir, dass der Kopf viel schneller
einen Neubeginn möchte als das Herz loslassen kann.
 
Wenn der Verstand bereit ist, den Verlust zu akzeptieren und wieder
 nach vorn zu schauen,
braucht das Herz  mindestens  noch einige Monate.

Ich habe mich sehr mit dem Thema Vergebung und Loslassen beschäftigt.
Auch damit, was Vergebung nicht! ist:

 
Vergebung
ist nicht einfach etwas vergessen
ist nicht sich Verletzung wiederholt gefallen lassen
ist nicht, das Verhalten des anderen zu erklären oder zu rechtfertigen
Vergebung entschuldigt nichts
ist nicht, den anderen aus der Verantwortung für sein Tun zu entlassen
es bedeutet nicht, dass der andere keine Wiedergutmachung leisten muss
bedeutet nicht, dem anderen wieder vertrauen zu müssen
ist nicht Versöhnung,
durch Vergebung wird keine Beziehung geschaffen
(kann aber ein erster Schritt sein)
ist noch nicht Heilung



 Was dann?
Warum soll ich vergeben?
Warum möchte ich vergeben?

Vergebung ist in erster Linie heilend für den, der vergibt.
Also für mich!
Vergebung befreit mich von etwas,
das mich sonst bei lebendigem Leibe auffressen würde,
meine Freude zerstören würde.
Wenn ich nicht vergebe und in Bitterkeit und Rachegelüsten
verharren möchte,
kann Gott mein Herz nicht heilen.
Vergebung bedeutet: ich gebe das Recht ab, selber um Gerechtigkeit
zu kämpfen.
Indem ich verzeihe, entbinde ich mich
von der emotionalen Abhängigkeit.
Noch mal anders formuliert:
Eine andere Person ist an mir schuldig geworden,
aber ich trete mein Recht an Vergeltung an Jesus ab,
lasse ihn Richter sein.

Ich entlasse den anderen aus meinen Erwartungen und
Forderungen wie er zu sein hat oder was er tun muss.
Vergebung ist für den, der verletzt wurde!
Vergebung hat nichts mit Gefühlen zu tun, es ist eine
Entscheidung!
Es ist zwischen Gott und mir.
Vergebung ist mein beginnender Heilungsprozess!

"Wenn du einem Menschen vergibst,
dann lässt du einen Gefangenen frei.
Dann aber entdeckst du, dass der wirkliche Gefangene
du selbst warst."
 - Lewis B. Smedes, Theologe und Autor


Vergebung ist ein Prozess, an dem auch mein verletztes Herz
beteiligt werden muss.
Ich muss meine Verletzungen  erkennen und mir eingestehen.
Anklagen, mir meiner Gefühle bewusst werden,
mich dem Schmerz stellen.
Auch meine eigene Schuld entdecken und bekennen.
Selber Vergebung empfangen.



 Habt Ihr
"Die Hütte, ein Wochenende mit Gott"
 von William Paul Young gelesen?
Da bekommen all diese Gedanken richtig Leben!
Ganz besonders hat mich das Gespräch zwischen Papa und Mackanzie
angesprochen.
Er (Papa, Gott) rät, die Vergebung am ersten Tag vielleicht hundertmal zu erklären,
auch noch am 2. Tag.
Am dritten Tag wird es schon weniger oft nötig sein,
und dann von Tag zu Tag immer weniger.
Und eines Tages werde ich spüren, dass ich vollständig vergeben
habe!    
 (nach "Die Hütte", Kapitel 16 auf Seite 263)

Erste gute Erfahrungen habe ich schon gemacht.
Ich spreche es aus, erkläre es laut, wenn die Gedanken anfangen zu kreisen.
Aber ich merke wie alles entscheidend es ist, dass ich dem vertraue,
dem ich meine Rechtssache anbefehle.
 Dass ich tief in meinem Herzen sicher bin, dieser Vatergott (Papa)
wird mich nie enttäuschen, wird immer für mich sorgen, wird
nie aufhören mich zu lieben, hat alles für mich gegeben , wird seine 
Versprechen nie brechen, wird mich nie verlassen, 
wird sich immer über mich freuen, lässt seine Kinder nie im Stich!
Die liebevolle Beziehung zwischen Vater (Gott) und Kind 
(mir, Mensch) steht am Anfang. 
 





Herzliche Grüße von
Julia
und Danke!, wenn Ihr bis hier durchgehalten habt!







Kommentare:

Frau Biberella hat gesagt…

Hut ab für Dein Sofa-Projekt ! Wie schön es geworden ist ! Viel Spaß damit, es sieht super aus !
♥LG Alex

Meine-Deine made by ich hat gesagt…

Toll das Sofa. Aber eine heidenarbeit steckt da drin.
LG Nadine

Alicja hat gesagt…

Du hast so schön Sofabezug gemaht.Ich habe auch eine alte Sofa und ich denke, mache ich gleiche Arbait wie Du.Schöne Grüße aus Wien.)

ännisews hat gesagt…

Daumen hoch! Das sieht nach jeder Menge Arbeit aus, aber das Ergebniss ist toll! Und die Bilder vom Entstehungsprozess sind auch sehr schön ;-)
Liebe Grüße, Änni

Station88 hat gesagt…

Liebe Julia, deine Worte über die Vergebung sind mir sehr zu Herzen gegangen...
Liebe Grüße
Astrid

Jutta Grimm hat gesagt…

Das ist ja ein gemischter Post! Zuerst das wunderschöne Sofa, dann die beeindruckenden Fotos und am Schluss noch ein Text, der mich sehr zum Nachdenken anregt. Vergebung ist momentan nicht mein Thema. Ich speichere mir deine Gedanken trotzdem ab, falls ich mal Bedarf haben sollte. Vielen Dank für's Teilhaben lassen.
LG Jutta

Sandra hat gesagt…

Liebe Julia!
Der Sofabezug ist traumhaft schön geworden. Den alten Bezug als Schnittmuster zu nutzen, ist ein super Tip!
Dein Text über Vergebung werde ich einer lieben Freundin zeigen. Sie durchlebt im Moment auch eine Trennung, und es tut mir im Herzen weh, sie leiden zu sehen... Es fällt mir schwer, ihr die richtigen Worte zu sagen, aber Dein Text trifft den Nagel auf den Kopf.
Ganz liebe Grüße,
Sandra

Susanne hat gesagt…

Ich kann dazu nur sagen, wenn man einmal angefangen hat zu vergeben kann man gar nicht mehr aufhören. Und wie gut es tut den Balast los zu sein ist unbeschreiblich.

Ich glaube du bist auf dem richtigen Weg.

Liebe Grüße

Susanne

Melis-Seite hat gesagt…

Wow, was für eine Arbeit. Ich bewundere dich, dass du das durchgezogen hast. Und dann ein wirklich tolles Ergebnis erzielt hast! Klasse!

LG Meli

Meike hat gesagt…

Ein richtiger "Urlaubs-Sehnsuchts-Blick" !

Wie wunderschön!
Liebe Grüße
Meike

Tabea Heinicker hat gesagt…

sehr schöner stimmungswechsel auf deinen bildern! mir scheint, wetter und tageszeit können dem motiv nichts anhaben, oder? sieht immer gut eingekleidet und zufrieden aus.

liebe grüße . tabea

Spuren hinterlassen hat gesagt…

Deine Bilder gefallen mir sehr!
Grüße von Brigitte