Freitag, 28. Dezember 2012

Ein Raum für mich- Dezember

Ich habe das Stückchen Wand, das ich letzten Monat gespachtelt habe, 
gestrichen, einen Teil der Schräge und auch einen Teil der Bodendielen.
Über die Dielen muss zwar später noch ein neuer Boden mit Trittschall verlegt werden,
aber ich wollte so gerne eine Ahnung der Stimmung, die der Raum
später haben wird, wenn alles hell sein wird.
Der Rest des Raumes ist noch braun, aber ich kann mich so hinsetzen
das dies mein Anblick ist.
 
Langsam breitet sich die Helligkeit des Tages über die Wiesen!
 
Auch wenn es nur für 3 Tage war-
schöne Deko tut einfach gut!

 Ich weiß nicht jedes Mal wenn ich losfahre
was mein "Thema" sein wird, womit ich mich beschäftigen werde.
Dieses Mal wusste ich es genau.
Ich hatte einen MP3 Vortrag von Dirk und Christa Lüling
bei einem ihrer Seminare gekauft mit dem Titel:
"Scham, Schuld und Erlösung"
Ich konnte mir sehr wenig bis gar nichts darunter vorstellen,
hatte nur tief in meinem Inneren das Gefühl/Wissen, 
es hat etwas mit mir zu tun.
Also nahm ich die CD mit.
(Habe mir extra einen MP3 fähigen CD- Player gekauft!)

"Scham ist ein Gefühl der Verlegenheit oder der Bloßstellung, das durch Verletzung der Intimsphäre auftreten kann oder auf dem Bewusstsein beruhen kann, durch unehrenhafte, unanständige oder erfolglose Handlungen sozialen Erwartungen oder Normen nicht entsprochen zu haben.
Das Schamgefühl ist häufig von vegetativen Erscheinungen wie Erröten oder Herzklopfen begleitet; manchmal auch von typischen körpersprachlichen Gesten wie dem Senken des Blickes. Die Intensität der Empfindung reicht von flüchtiger Anwandlung bis zu tiefster Beklommenheit. Scham tritt zum Beispiel bei empfundener Entblößung oder einem Achtungsverlust im sozialen Umfeld auf.
Scham kann auch durch Verfehlungen oder empfundene Unzulänglichkeit (Peinlichkeit) anderer ausgelöst werden, die einem gemeinschaftlich verbunden sind. Das deutsche Wort Scham leitet sich gleichbedeutend von althochdeutsch scama bzw. altsächsisch skama ab und geht zurück auf germanisch *skamo (vgl. auch engl. shame). Dieser Wortstamm hat die Bedeutung von „Beschämung, Schande“..."
So weit 
Wikipedia  zu dem Begriff "Scham".

 

Ich will versuchen, einen kleinen Teil des Vortrags mit eigenen
Worten wiederzugeben:

In einer Schamkultur muss der Geschädigte sich um Wiedergutmachung
bemühen.
Hat er das Gesicht verloren, muss er seine Ehre wieder herstellen.
Die öffentliche Wertschätzung ist das höchste Gut.

Wir leben in Deutschland in einer 
Schuldkultur.
Der Schuldige muss begangenes Unrecht in Ordnung bringen.
Dazu gehört bekennen, umkehren und vergeben.
Das ruhige Gewissen ist das höchste Gut.

Schuld hat etwas mit Taten/Tun zu tun,
Scham im Gegensatz dazu ist ein Lebensgrundgefühl,
es geht um mein Sein.
Ich bin verkehrt,
nicht was ich getan habe, war verkehrt.

In einer Schuldkultur wird wenig gesprochen über Beschämung.
Könnt Ihr Euch auch erinnern an Situationen in Eurem Leben,
wo Ihr am liebsten im Boden versunken wärt?
Wer ist für uns eingetreten in diesen beschämenden Situationen?
Wer hat meine Ehre wieder hergestellt?
Wer hat mir Gerechtigkeit verschafft?
Die Scham in unserem Leben ist gut bewacht,
die unterschiedlichsten Schutzmaßnahmen werden entwickelt,
um erneute Beschämung zu verhindern.
Distanz, ("So was passiert mir nicht noch einmal!"),
Zorn, Hilflosigkeit, Resignation, Aggressivität...
oder wir leben "schamlos", dann haben wir das Problem auch nicht mehr...
Manchmal können wir uns auch gar nicht erinnern.
Oder wir sind "innerlich erstarrt"
und tragen diese Starre mit uns.

Was sagt die Bibel?
Adam und Eva waren ohne Scham.
Nichts zum Verbergen.
Hatten nie die Erfahrung gemacht, herabgesetzt zu werden.
Dann kam Schuld in ihr Leben,
sie erkannten, dass sie nackt/bloßgestellt waren.
Sie entfernten sich von Gott, wollten ihm nicht mehr begegnen,
sie schämten sich,
differenzierten nicht zwischen Tun und Sein.
Sie bauten sich mit eigenen Mitteln einen Schutz (Kleidung aus Blättern),
ein falsches Selbst.
Gott zeigt, wie Scham bedeckt werden kann.
Er macht ihnen Kleider aus Fell und deckt die Scham zu!

Scham und Schande muss nicht vergeben werden,
sondern geheilt!
Jesus ist nicht nur für unsere Schuld gestorben,
er nahm auch die ganze Verachtung und Scham auf sich,
damit wir heil werden können.

"Er hatte keine Gestalt und keine Pracht.
Und als wir ihn sahen, da hatte er kein Aussehen,
dass wir Gefallen an ihm gefunden hätten.
Er war verachtet und von den Menschen verlassen,
ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut,
wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt.
Er war verachtet und wir haben ihn nicht geachtet.
Jedoch unsere Leiden- er hat sie getragen, und unsere Schmerzen-
er hat sie auf sich geladen....
....Die Strafe lag auf ihm zu unserem Frieden,
und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden."
Die Bibel, aus Jesaja 53

Mir ist bewusst, dass ich nur einen Bruchteil des Vortrags 
wiedergeben konnte, aber vielleicht macht es Mut, sich mit dem Thema
weiter auseinanderzusetzen und sich wo nötig auch Hilfe und Zuspruch
zu holen!

Ich möchte diesen Post beenden mit einigen Versen,
die mir sehr viel bedeuten und mir immer wieder Mut und Trost
spenden, wenn ich sie lese:

"Fürchte dich nicht, denn du wirst nicht zuschanden,
und schäme dich nicht, denn du wirst nicht beschämt dastehen!
Sondern du wirst die Schande deiner Jugend vergessen
und nicht mehr an die Schande deiner Witwenschaft denken!
...
Denn wie eine entlassene und tiefgekränkt Frau hat dich der Herr
gerufen 
...
Einen kleinen Augenblick habe ich dich verlassen,
aber mit großem Erbarmen werde ich dich sammeln.
...
Du Elende, Sturmbewegte, Ungetröstete!
Siehe, ich lege deine Steine in Hartmörtel und lege 
deine Grundmauern mit Saphiren.
...
Und alle deine Kinder werden vom Herrn gelehrt und der Friede 
deiner Kinder wird groß sein."
Die Bibel, aus Jesaja 54




Noch einmal ein Zitat von Dirk und Christa Lühling:
"Befreiende Erfahrungen sind nicht das Ende,
sondern der Einstieg in den lebenslangen Prozess der Erneuerung."

Alles Liebe für Euch!

 
Liebe Grüße von
Julia








Kommentare:

Seraphina´s Phantasie hat gesagt…

Noch nie habe ich in einem Blog zu diesem Thema etwas gelesen und finde es sehr mutig. Die Kultur der "Schuld" ist tatsächlich sehr verbreitet in Deutschland. Ich hoffe, diese CD ist ein großer Schritt in die richtige Richtung, um es aufzulösen oder abzuschaffen. Dein neuer Raum sieht sehr schön und behaglich aus.
Viele liebe Grüße
Synnöve

Rosabella hat gesagt…

liebe Julia, ich wünsche Dir so sehr, dass Du in Deinem neuen Raum "Heilung" erfährst!